Ich gestehe: ich bin konvertiert

Andreas Wenth, Roman und Raphael von "Grüne Smoothies", Karl Kratz

Ich und die Hälfte der Besucher der Konferenz „Neue Realität“ in Berlin. Einmal kurz Händeverknoten und rund 60 Wörter von Jan Becker später stand ich auf der Bühne.

Warum? Weil „Magie, Hypnose & Marketing“ perfekt zusammen funktionieren. Dessen ist sich Karl Kratz bewusst, deshalb hat er gemeinsam mit dem Hypnotiseur Jan Becker zu jener Veranstaltung gerufen. Es ging darum, neue Realitäten zu schaffen sowie ungewohnte Perspektiven einzunehmen und das Verhalten unbewusst zu beeinflussen. Becker kam und hypnotisierte also die Hälfte der Besucher und verdeutlichte damit, dass Bilder und Gesten den Moment dominieren. Ein Text wirkt nur mehr nach. Visuell kann viel schneller und einfacher etwas transportiert werden als mit Worten. Vor allem zeigte er aber, wie mittels einfacher Mittel unbewusste Reaktionen hervorgerufen werden können. Das ist eine ganz wichtige Kernaussage: Wir müssen uns bewusster werden, dass alles, was wir ins Web stellen, eine Wirkung hat. Deshalb sollten wir uns ganz genau überlegen, welche Worte und Bilder wir auf unseren Websites einsetzen – so die Message von Karl Kratz, die er uns mit auf den Weg gibt.


Zurück zu den Neuen Realitäten

Die Idee hinter der Veranstaltung ist die Frage: Wie schafft man es, aus dem täglichen Leben auszubrechen, um einen neuen Blickwinkel einzunehmen und daraus neue Realitäten zu schaffen? Der Perspektivenwechsel zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Es ist eine neue Art ein Problem anzugehen, ein neues Werkzeug, ein neuer „Methodenkasten“, der uns innovative Möglichkeiten eröffnet. Nicht nur uns in der Agentur, sondern auch dir als Kunde. Unsere drei W-Fragen sind dabei ganz zentral:

  • Was muss deine Website bieten, damit sie das Problem deines Kunden trifft?
  • Wie muss eine Website aufgebaut sein, damit sie beim Kunden funktioniert?
  • Warum hast ausgerechnet du, das was der Kunde braucht auf deiner Website?

Erkennst du den Unterschied? Im Vordergrund steht plötzlich nicht mehr das Produkt oder die Leistung an sich, sondern das Bedürfnis des Kunden. Wir nehmen einen anderen Blickwinkel ein und schauen uns an, was der Kunde wirklich braucht und nicht, wie wir ein Produkt verkaufen können. It’s all about Change. Ändere die Perspektive, dann ändert sich alles.

Perspektivwechsel machen wettbewerbsfähiger – wenn der Kontext stimmt. Ein Bedarf muss angesprochen werden. Karl Kratz sagt uns, dass wir diesen am ehesten finden, in dem wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Problem schauen. Dafür können wir Kommentare, Foren, Interviews, Netzwerke, Support-Mails als Quellen heranziehen. Wenn wir alle diese Perspektiven dann in das Ebenen-Modell aufnehmen und durchspielen, können wir das Thema ganzheitlich erfassen. Erst wenn wir immer wieder neue Sichtweisen entwickeln, können wir individuelle Inhalte kreieren. 

Von Cargo-Kulten und dem „Mount Stupid“

Der Mathematiker Gunter Dueck hielt uns vor Augen, dass wir immer den neuesten Kulten hinterherlaufen, ohne sie zu hinterfragen (= Cargo-Kult). Ein weiteres Problem, das er ansprach, ist jenes vom „Mount Stupid“, wo jeder schnell mal zu einem Experten zu einem Thema wird. Steigt derjenige allerdings von dem hohen Berg des vermeintlichen Wissens, wird deutlich, dass er nichts weiß. Unser Ziel muss es sein, den „Mount Stupid“ und dieses „das machen wir schon immer so“ hinter uns zu lassen und neue Wagnisse einzugehen.

Den Perspektivenwechsel führt auch Klemens Skibicki, seines Zeichens Wirtschaftshistoriker, weiter aus und zwar anhand eines geschichtlichen Beispiels. Denn ein historischer Blickwinkel kann seiner Ansicht nach Kunden am ehesten davon überzeugen, bisherige Pfade zu verlassen. Weil so deutlich wird, dass Denkmuster gelernte Mechanismen sind, die sich langsam einschleichen und für die im Prinzip niemand etwas kann. Der Kunde wird dort abgeholt wo er gerade steht und dann richten wir den Blick nach vorne. Was können wir schon? Wo können wir ansetzen? Welche neue Perspektive brauchen wir?


Am Ende des Tages entführte uns Karl Kratz gemeinsam mit Thimon von Berlepsch in die Welt der Magie. Die Idee dahinter war zu zeigen, wie Zaubertricks aufgebaut sind, um eine Erwartungshaltung beim Zuschauer zu erzeugen. Daraus zieht Karl Kratz Rückschlüsse wie diese Strategien im Online-Marketing angewendet werden können. Der Auftritt der beiden verdeutlicht, wie schnell Gesten und Bilder Gefühle erzeugen. Faszination, Individualität und Emotionen sind die richtigen Zutaten für eine perfekte Inszenierung.

Fazit

Trau dich und du wirst gewinnen. Es kann sich lohnen, eingetretene Pfade zu verlassen – auch wenn sie bisher gut funktioniert haben. Mir gefällt die Kernaussage der Konferenz von Karl Kratz. Insgesamt war die „Neue Realitäten 2018“ für mich persönlich ein voller Erfolg. Ich kam voll inspiriert und mit einem Haufen neuer Ideen zurück. Die Methode des Perspektivenwechsels ist genau meins, dieser Zugang lässt mich nicht mehr los. Bist du jetzt neugierig geworden? Komm vorbei und reden wir darüber bei einer Tasse Kaffee. Möglicherweise brauchst du auch einen anderen Blickwinkel!

Dein Andreas Wenth

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