Beeindruckende Arbeit für eine beeindruckende Persönlichkeit: friedrich-schaechter.at

Im Rahmen seines Studiums an der Donau-Universität Krems war unser technischer Mastermind Markus Leiner an der Verwirklichung einer höchstinteressanten Aufgabe beteiligt. In einem Team aus 8 Studierenden sollte eine Website erstellt werden, die die Leistungen & Errungenschaften des legendären österreichischen Erfinders Friedrich Schächter repräsentativ darstellt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Wer hat noch nicht auf einem Kugelschreiber von BIC geschrieben oder ein Einwegfeuerzeug in der Hand gehalten? Und wer hat´s erfunden? Richtig, Friedrich Schächter. Es sind unfassbare Zahlen: 20 Millionen Kugelschreiber werden täglich von BIC produziert, das entspricht 30 % aller Kulis weltweit, 40 % aller Einweg-Feuerzeuge sind BIC-Erzeugnisse. Die Produkte, Produktionsmaschinen und hochpräzise Messgeräte wurden in der Wiener Firma MINITEK unter der Leitung von Friedrich Schächter mitentwickelt.

Der Lebenslauf von Friedrich Schächter ist erstaunlich. Es begegnet uns eine vielschichtige Persönlichkeit mit unzähligen Begabungen. Er war Erfinder, Exilant, Schriftsteller, Maler, Unternehmer, Mäzen – vor allem aber eines: ein unglaublich kreativer Mensch. Dabei begann die Karriere des 1924 in Wien geborenen Schächters unter einem denkbar ungünstigen Stern. Als Jude musste er 1939 in einem Kindertransport vor den Nationalsozialisten nach Schweden flüchten, seinen Vater sollte er nie wieder sehen. Ohne technische Ausbildung konnte er sich auf seinen Erfindergeist verlassen. Schon in Schweden ließ ihn ein damals neuartiges Schreibgerät nicht mehr los – der Kugelschreiber.

Es würde jeglichen Blograhmen sprengen, alle Erfindungen und Patente von Friedrich Schächter aufzuzählen. Daher sei an dieser Stelle nur ein kleines Beispiel erwähnt: In der Fahrradwerkstatt eines Freundes schaffte er 1947 mithilfe einer Uhrmacherdrehbank die technischen Voraussetzungen für die Erzeugung von Kugelschreiberspitzen. Daraus sollte kurz darauf der BALLOGRAF-Kuli werden. Für einen jungen Mann ohne technische Vorbildung und ohne Studium eine ebenso erstaunliche wie brillante Leistung. Natürlich muss an dieser Stelle auch seine wohl spektakulärste Entwicklung – gemeinsam mit dem amerikanischen Kugelschreiberfabrikanten Fisher – erwähnt werden: der legendäre Weltraumkugleschreiber „Space-Pen“, mit dem sowohl Kosmonauten als auch Astronauten im Weltraum in Schwerelosigkeit schreiben konnten.

Was contemas so an dieser Persönlichkeit fasziniert, ist sein visionärer, unkonventioneller Zugang an Aufgabenstellungen, der es ihm erlaubte, sich auch außerhalb technischer Konventionen zu bewegen. Radikale Ideen zu entwickeln und unorthodoxe Lösungen zu präsentieren, die vielleicht gerade deshalb so nachhaltig in die heutige Zeit wirken.

Wir gratulieren Markus zu der gelungenen Umsetzung der Homepage und verweisen gerne auf www.friedrich-schaechter.at.

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